Welche Arbeit die wirklich wichtige ist

Unzufriedenheit, innere Unruhe, Trägheit, Wut, Wollust, Süchte (wie die Selbstsucht oder die Trinksucht, die bereits vorhanden ist, wenn wöchentlich nicht auf Alkohol verzichtet werden kann), und schlechte Gewohnheiten: diese Phänomene sind nicht ausschließlich finanziell armen Menschen vorbehalten.

Dies sind Phänomene, welche sich die meisten Individuen, unabhängig von der sozialen Schicht, angeeignet haben. Die Folge davon ist, dass es sich mit ihnen nicht wirklich glücklich leben lässt. Der Grund ist einfach: Glücklicherweise hat der liebe Gott kosmische Gesetze, auch als Naturgesetze bekannt, ins Leben gerufen, und eins der offensichtlichsten Gesetze ist das, dass Glück und Erfüllung auf einem sehr hohen Niveau – was sich hauptsächlich dadurch ausdrückt, dass man täglich, was auch immer kommen mag, eine starke innere Ruhe bewahrt, stets herzlich zu allen seinen Mitmenschen ist, die Demut und die Genügsamkeit praktiziert und täglich auch noch dankbar ist, für alles, was Gott (bzw. das Leben, wer nicht an Gott glaubt) einem gibt –, erst dann zum Vorschein kommen, wenn man diese Gefühle und Emotionen, die wir soeben zu wohlklingenden Begriffen geformt haben, Tag für Tag und Stunde für Stunde wahrnimmt. Und sage ich denn die Unwahrheit, wenn ich meine, die wenigsten Menschen, ja vielleicht gerade mal eine Handvoll auf die Million, erleben diese Gefühle und Emotionen kontinuierlich? Wäre es anders, würde die Welt eine andere sein. Der hauptsächliche Grund jedoch, dass es so ist, wie es ist und wie es immer war, aber vermutlich nicht, wie es immer sein wird, ist einfach: Die meisten Individuen verrichten so gut wie keine innere Arbeit, und würde Gott den Menschen nicht so lieben, wie er es tut, würden viele von ihnen überhaupt keine innere Arbeit verrichten und geistig verkümmern, bevor sie je ein Geistesblitz erfasst hat. Doch Gott hat, damit der Mensch auch mehr Gutes als Schlechtes vom Leben mit ins Jenseits mitnimmt, vorgesorgt, und ihn daher so gemacht, dass er automatisch innere Arbeit verrichtet, eine, die, wenn wir nicht daran gehen, sie bewusst zu leisten, unser Unterbewusstsein übernimmt, auch wenn nur in einem sehr kleinen Maße. Dies alles sagt uns, dass es nicht die Arbeit an sich sein kann, die darüber entscheidet, in welchem Maße wir Glück und Erfüllung erleben, sondern die Form der Arbeit ist entscheidend, es ist entscheidend, welche Arbeit wir täglich wie verrichten.

Zum Beispiel können wir durch innere Arbeit, die nichts anderes als die Selbstverwirklichung ist, zu folgender Erkenntnis kommen: Gott wird immer dafür sorgen, dass es uns am Nötigsten nie fehlen wird. Ist dann auch noch unser Glaube daran fest genug, bräuchten wir für unser gesamtes restliches Leben nie wieder „einen Finger zu krümmen“, also einer Arbeit nachgehen, die wir nur wegen des Geldes verrichten, weil wir Angst hätten, ohne solch einer Tätigkeit auf täglich 2 warme Mahlzeiten, festes Schuhwerk und ein Dach über dem Kopf verzichten zu müssen, oder gar, im schlimmsten Fall, noch unter der Brücke zu landen.

Was passiert, wenn wir innere Arbeit verrichten? Innere Arbeit verrichten, bedeutet, zu Erkenntnissen zu kommen, die uns das Leben leichter machen. Daher sind auch Menschen, die sich ihr Leben innerer Arbeit verschrieben haben, nicht in jedem Moment zwar, aber dafür grundsätzlich glücklicher als jene, die diese Tätigkeit nicht zu ihrem Lebenssinn gemacht haben. Gott hat das Leben nämlich in zwei geteilt; einen Teil als den sichtbaren und einen als den unsichtbaren. Der unsichtbare Teil kann mit einem Spinnweben verglichen werden: Eine Spinne, die ihr Spinnweben zu allen Seiten hin und in einem beachtlichen Maße gewoben hat, hat es in ihrem Leben leichter, als eine Spinne, die, hungrig, gerade dabei ist, ihr Spinnweben zu machen, während ein Mensch sie aus dieser Ecke verscheucht. Leichter hat die erstgenannte Spinne es nicht nur in dem Sinne leichter, weil sie sich nun entspannen und darauf warten kann, bis ihr etwas Essbares in ihr Netz fliegt, sondern auch, weil sie, wenn es zu diesem Ereignis kommt, direkt und ohne erst schauen zu müssen, weiß, wohin sie gehen muss, um das ihr von Gott gesandte Geschenk in Empfang zu nehmen; denn wie könnte etwas, wie eine Spinne, diesen Umstand selbst herbeiführen? Es ist Gott, der auf jedes Insekt achtgibt, auf jede Pflanze, auf jedes Tier und auf jeden Menschen. Auch wenn ein Brotbäcker sein Geschäft auf einer Straße eröffnet, auf der bereits 5 Brotbäcker Brot verkaufen, würde ihm Gott Menschen schicken, die ihr Brot bei ihm kaufen würden, ja sogar dann, wenn sein Brot das allerschlechteste von allen wären und seine Preise die höchsten, ja sogar in diesem Fall würde Gott versuchen, ihm durch Käufer so viel Einkommen, wie nur möglich, zu erbringen. Denn Gott wüsste: Dieser Mensch handelt nicht aus Dummheit, sondern aus Unbewusstheit; denn so dumm, dass es diesem klar wäre, dass sein Brot das schlechteste und teuerste unter allen anderen 5 Bäckern dieser einen Straße wäre: so dumm hat Gott keinen Menschen gemacht. Natürlich: Er könnte sein Geschäft dort nur kurz verrichten, denn logischerweise würde die Mehrzahl der Bürger sein Geschäft auf kurz oder lang meiden, aber wenn er wirklich vorhätte, künftig sein Geld mit Brotbacken zu verdienen, sich dabei aber nicht zugrunde zu richten, würde er, sobald er schließen müsste, zu neuen Erkenntnissen gelangen und es künftig besser machen – so hat Gott uns nämlich gemacht, dass wir aus negativen Erfahrungen, die wir erleben, lernen, um es künftig besser zu machen.

Wir waren bei dem Punkt stehengeblieben, dass Gott das Leben in zwei geteilt hat, und hierhin wollen wir uns nun noch etwas weiter vertiefen. Der unsichtbare Teil des Lebens kann, wie bereits erwähnt, mit einer sichtbaren Spinnwebe einer Spinne verglichen werden. Unsichtbar ist dieser jedoch, weil er geistiger Natur ist: Je größer das geistige Netz ist – was bedeutet: je mehr Erkenntnisse ein Mensch kennt –, umso leichter bewegt sich der Geist innerhalb dieses Netzes – was bedeutet: umso mehr kann er sich diese Erkenntnisse, die ja, wie wir festgestellt haben, auf kosmischen Gesetzen fußen, zu eigen machen; dies wiederum bedeutet: umso bewusster kann er bei seinen Handlungen vorgehen, und das ermöglicht ihm, in etwa vorauszusehen, welches Ereignis künftig durch diese oder jede Handlung in Erscheinung treten wird (wie ein intelligenter Bauer, der im Einklang mit der Natur lebt und stets weiß, wann er diesen Samen oder jenen an welche Stelle und wie einpflanzen soll, um später auch von einer reichen Ernte profitieren zu können). Zusammengefasst kann man jemanden, der sich einen wahren Schatz an wertvollen Lebenserkenntnissen angesammelt hat, auch mit einem guten Schachspieler vergleichen: Beide sind nicht nur mit den Regeln ihres Fachs (des Schachspiels und des Lebens) sehr vertraut, sie sind auch sehr weise (bzw. intelligent), daher agieren sie auch bei jeder ihrer Handlung sehr vorausschauend. Um es noch einmal und mit anderen Worten zusammenzufassen: Je mehr weise Erkenntnisse jemand in seinem geistigen Rucksack trägt, desto mehr versteht er das Leben.

Eine der wichtigsten Fragen, die wir uns nun stellen sollten, ist folgende: Wie schaffen wir es, zu neuen Erkenntnissen zu gelangen, die uns einen tieferen Einblick in das Leben geben, so, dass es mehr verstehen? Tatsächlich ist diese Frage so leicht zu beantworten wie kaum eine andere: sollte sich jemand diese Frage stellen, muss er nichts weiter tun. Denn Gott hat ihn dann bereits an die Hand genommen und wird ihm auch weiterhin den Weg weisen, so wie auch dir, dem Leser dieser Worte. Wer sich diese Frage also stellt, der ist bereits auf dem Weg der Selbstverwirklichung, und Gott tut nichts lieber, als die an die Hand zu nehmen, die innere Arbeit verrichten wollen und nicht äußere. Sollte aber jemand mir diese Frage stellen – wie er denn zu bedeutenden Erkenntnissen kommen kann –, so würde ich antworten: Frage dich zunächst einmal, wie du mehr Zeit in deine Selbstverwirklichung investieren kannst. Tätige einfach mal eine Inventur all deiner täglichen Handlungen und schmeiße die aus deinem Leben, die dir nichts mehr für dein Lebensglück geben; Handlungen, die du bewusst oder unbewusst – wie etwa Gewohnheiten – ausführst, ohne dabei eine tiefe innere Freude zu spüren. Sei es auch nur das fünfminütige Gespräch mit dem Nachbarn über die aktuellen Weltereignisse – sollte dir dieser Umstand keine wirkliche Lebensfreude mehr bereiten, ersetze ihn durch etwas, was dir mehr Lebensfreude bereitet, sei es auch nur ein Spaziergang. Wenn du dir allerdings sagst: Das mache ich – eine klasse Idee! –, hättest du denn auch einen Tipp für mich, was ich statt eines Spazierganges machen könnte, etwas, was mir vielleicht noch dienlicher sein könnte? Auch dafür hätte ich eine Antwort parat: Setz dich diese 5 Minuten einfach zum Meditieren hin und verfolge bloß deine Atmung, ohne aktiv in diese einzugreifen, und wenn du kannst, mach 10, 20 oder noch besser, 30 Minuten daraus. Wer mir nun darauf entgegnen würde: „Was aber bringt mir das, außer vielleicht, dass ich noch mehr innere Ruhe erlange, als die, die ich bereits besitze?“ Dem würde ich antworten: Beachte, bevor du mich das fragst, dass wenn du in der einfachen Form ein Brot backst, den Teig also nicht einmal knetest, sondern es im Grunde nur mit Hefe oder Sauerteig vermischst und die entstandene Form dann für etwa 50 Minuten in den Backofen schiebst, daraus ein fertiges und – je nachdem wie deine Liebe beim Backen war – ein mehr oder weniger schmackhaftes Brot entsteht. Wäre es dann richtig, zu sagen, „du“ hättest das Brot gebacken? Nein, es wäre falsch. Du hättest einen Anteil daran, keine Frage, doch nur einen kleinen. Was also passiert bei dem ganzen Vorgang? Wie ein Bäcker einst erkannte: Das Leben macht alles – wir sorgen bloß dafür, dass die Bedingungen stimmen.

Und genau so ist es mit der Meditation. Wenn wir bloß anfangen, regelmäßig zu meditieren, verändert das Leben (bzw. Gott) uns – was wir selbst tun, wäre nicht mehr, als das bloße Hinsetzen und das Beobachten unserer Atmung.

Um dein Mitteilungsbedürfnis zu stillen...